Monopoly-spielen

3 wichtige Lehren aus Monopoly

Seitdem ich Monopoly zum ersten Mal gespielt habe, war ich Feuer und Flamme für dieses geniale Spiel. Das ging sogar soweit, dass ich mit mir alleine Monopoly spielte, wenn keiner mit mir spielen wollte. Jeder kennt doch diese Kinder, die ständig spielen wollen und du irgendwann einfach keine Lust mehr hast zu spielen. So ein Kind war ich auch.

Was mir aber nie so wirklich bei diesem Brettspiel bewusst war, dass Monopoly eine wirklich äußerst simple Abbildung unseres Wirtschafts-systems ist. Deshalb habe ich mir mal Gedanken darüber gemacht, welche Lehren sich für das Leben aus Monopoly ableiten lassen.

Startphase bei Monopoly

Am Anfang des Spiels haben alle Spieler das gleiche Geld auf dem Konto und starten bei LOS. In der Startphase ist die Marktsituation bei Monopoly ein Polypol: es gibt viele Anbieter und Nachfrager. Polypoly könnten wir das Spiel zu dem Zeitpunkt auch nennen.

Nehmen wir an, die Würfel wären so etwas wie Schicksal, was sprichwörtlich in deiner Hand liegt. Du kannst es mit deinem Würfen beeinflussen, aber nie wirklich voraussagen. Ab und zu kommst du auf Abwege. Bei Monopoly durch Ereignis- und Gemeinschaftsfeld oder Knast.

Die ersten Runden Monopoly

Wir haben nun acht Spieler und los geht’s. Der erste Spieler würfelt und kauft sogleich eine Straße. Spieler 2 würfelt und kauft die nächste Straße und so weiter. Irgendwann sind alle Straßen auf die Spieler aufgeteilt.

Jetzt geht es ums Schachern, um alle Straßen von einer Farbe zusammenzubekommen. Dann kannst du nämlich Häuser und Hotels bauen und deine Mieter so richtig arm machen (das Gegenteil von reich werden)! Oder du krallst dir alle Bahnhöfe und kassierst ab.

Nach weiteren Runden und Häuserbauten fliegen die ersten Spieler jetzt schon raus: Schlechte Würfe, wenig ertragreiche Straßen gekauft und zu oft bei anderen Mitspielern auf deren Straßen geparkt. In den Knast musste der eine oder andere auch schon zu oft. Das Geld ist weg. Die Konkursmasse geht an die Gläubiger und die Bank. Tschüss!

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Es entwickelt sich ein Oligopol

Das Polypol entwickelt sich mehr und mehr zum Oligopol. Nach drei Stunden sind nur noch zwei Spieler übrig. Wir sprechen jetzt von einem bilateralen Oligopol: Wenige Anbieter treffen auf wenige Nachfrager. Jetzt spielen wir Oligopoly. Die Konstellation sieht nun durch Zufall so aus:

Spieler 1 besitzt etwa zwei Drittel der Straßen und Häuser, hat aber nicht mehr so viel Geld, weil er alles für Häuser und Hotels ausgegeben hat. Spieler 2 besitzt hingegen ziemlich viel Geld. Er ist bis jetzt nicht so oft auf die Straßen des Spieler 1 gekommen und brauchte sein Geld nicht in so viele Häuser uns Hotels stecken, weil er eh nur ein Drittel der Straßen besitzt.

Welcher Spieler wird das Spiel nun am Ende gewinnen? Der Spieler mit dem meisten Geld oder der Spieler mit den meisten Straßen?

The living Pledge-Kampagne

Bevor ich die Frage beantworte (oder vielleicht weißt du die Lösung schon?), eine kleine Geschichte über „The living Pledge-Kampagne“ in den USA. Mitglieder in diesem Club, der von Bill Gates und Warren Buffet gegründet wurde, verpflichten sich vor oder nach ihrem Tod mindestens 50% Ihres finanziellen Wohlstands für wohltätige Zwecke zu spenden. Starinvestor Warren Buffet will sogar 99% seines Vermögens an wohltätige Stiftungen spenden. Wenn das nicht anständig ist?

die Schlussphase bei Monopoly

Das bilaterale Oligopol spielt weiter Oligopoly. Der Spieler 2 (der mit dem meisten Geld) verliert zunehmend seine Kohle, weil er jetzt ständig für teure Hotels seines Gegenspielers zahlen muss (Spieler 1). Denn der hat sein Geld vorab fleißig in Immobilien investiert und er besitzt sowieso mehr Straßen und Bahnhöfe. Das verdammte Wasserwerk gehört ihm auch noch.

Ab und zu gewinnt Spieler 2 einen Schönheitswettbewerb und erhält aus Aktien ein paar Dividenden. Spieler 1 kommt auch ab und zu auf seine Straßen. Nichts Großes. Alsbald muss er seine Straßen mit Hypotheken beleihen. Wie du dir sicher vorstellen kannst, ist der Spieler 2 am Ende pleite. Er kann nichts mehr beleihen, die Bank rückt kein Geld mehr raus. Alles geht an Spieler 1. Es bleibt ein Monopol übrig. Ende.

Welche Lehren kannst du aus Monopoly ziehen?

Um es ganz einfach auf drei Punkte zu reduzieren:

Echte Werte sind besser als Bargeld

Besitz in Form von Immobilien ist besser als Bargeld zu haben. Es müssen ja nicht immer Immobilien sein. Unternehmensbeteiligungen wie Aktien oder Edelmetalle sind ebenso beständig und wertvoll.

Daher ist es zwar echt nett von den Superreichen, dass sie ihr Vermögen in Form von Bargeld stiften wollen („The living Pledge-Kampagne“), aber das Geld wird durch die großen materiellen Besitztümer langfristig wieder zurückfließen. Wie bei Monopoly. Diejenigen, die den meisten materiellen Besitz haben, werden das Spiel am Ende gewinnen. Investiere dein Geld also weise.

Die Wirtschaft tendiert zu Monopolen

Außerdem hast du gesehen, dass am Ende des Spiels nur noch ein Player übrigbleibt. Wenn du dir die Marktformen der verschiedenen Brachen anschaust, weisen diese häufig Oligopole als Marktform aus: Beispielsweise das Oligopol bei deutschen Lebensmittelhändlern. Aber auch der Öl-, Auto-, Arbeits- oder Fernbusmarkt sind Oligopole. Und es gibt durchaus noch viele weitere Oligopole.

Extrem kann man diese Entwicklung bei Internetunternehmen wie Google sehen, welches ja quasi eine Monopolstellung in vielen Ländern innehat. Am Ende tendiert die Wirtschaft zur Monopolisierung und es entstehen weltumspannende Großkonzerne.

Geld und Macht verändern Menschen

Natürlich wirst du beim Spiel auch erfahren, wie schlitzohrig und nicht gönnerhaft deine Freunde auf einmal werden können, wenn es um Geld und Macht geht. So mutieren aus vermeintlichen langjährigen Freunden zum Schluss größenwahnsinnige Großgrundbesitzer, die dir gnadenlos die Hose runterziehen. Geld und Macht veränderen Menschen.

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Wirtschaftsguru

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Geograph mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Statistik, leidenschaftlich interessiert an Wirtschaft, Marketing und Psychologie.

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