5 Social Media-Marketing Fehler, die du nicht machst

Warum man einen Praktikanten nicht gleich auf die Sozialen Netzwerke loslassen sollte? Ein Social Media-Manger ist sowas wie ein DJ. Legt er ständig schlechte Musik (Social Media-Marketing) auf, bleibt der Club leer.

Fünf Fehler, die du im Social Media-Marketing in Zukunft nicht mehr machst.

In jedem Netzwerk präsent sein wollen

Facebook ist wohl mit Abstand das beliebteste soziale Netzwerk in der westlichen Welt! Gefolgt von Instagram, Google+, Twitter, Pinterest, Path, Linkedin und und und. Aber ist es wichtig bei allen Netzwerken angemeldet zu sein und alle gleichsam zu „bespielen“? Ein Beispiel aus der Praxis.

Ich habe einen Bekannten – nennen wir ihn Mr.X – , der eine kleine Marketing-Agentur führt. Die Postings seiner Facebook Fan Page habe ich regelmäßig verfolgt. Irgendwann startete er ein Gewinnspiel auf Facebook bei dem man einen Gutschein für einen Onlineshop gewinnen konnte. Die Bedingungen für das Gewinnspiel waren: den Beitrag liken, teilen und kommentieren. Allerdings verbieten die Facebook Richtlinien es zur Bedingung zu machen, dass User einen Beitrag teilen müssen, damit sie bei einem Gewinnspiel überhaupt teilnehmen können. Ich sprach ihn darauf an, hier der Dialog:

Dennis: „Ich gebe dir mal einen kleinen Tipp. Es ist nicht erlaubt User dazu zu animieren einen Beitrag zu teilen als Voraussetzung für die Teilnahme beim Gewinnspiel. Außerdem, warum verlost du eigentlich einen Gutschein über deine Agentur Fan Page?

Mr. X: „Ah danke, berücksichtige ich das nächste mal. Ich mache das Gewinnspiel, damit meine Seite mehr Fans bekommt.“

Dennis: „Warum willst du denn überhaupt mehr Fans bekommen?“

Mr. X: „Um mehr Kunden zu akquirieren.“

Dennis: „Und klappt das?“

Mr. X: „Nein, nicht so recht.“

Dennis: „Wer sind deine Kunden?“

Mr. X: „Unternehmen!“

Dennis: „Suchen diese Unternehmen ihre Geschäftspartner über Facebook?“

Mr. X: „Eher bei XING.“

Dennis: „Wie würdest du deine Social Media-Strategie und dein Gewinnspiel zwischen 1 (schlecht) und 10 (sehr gut) bewerten?“

Mr.X: „1!“

Dennis: „Machen deine Aktivitäten auf Facebook für dich Sinn?“

Mr. X: „Nein, nicht wirklich.“

Dennis: „Welche Netzwerke wären für dich denn relevanter als Facebook?“

Mr. X: „XING!“

Bingo! Es geht nicht darum, Netzwerke als wichtig zu identifizieren, weil es dort viele Benutzer gibt.  Dein Unternehmen muss nicht in jedem Netzwerk präsent sein. Nur dort wo deine Zielgruppe auch wirklich zu finden ist. Es gibt zahlreiche Netzwerke, da ist für jedes Unternehmen das Passende dabei. Das spart viel Zeit, Kraft und Geld.

An der Zielgruppe vorbei posten

Auf einigen Fanpages wird Content gepostet, der mit dem Unternehmen, Produkt oder Dienstleistung inhaltlich nichts zu tun hat. So zum Beispiel auch eine Online-Zeitung, die ich eigentlich sehr schätzte, bis sie begann lustige Bildern (á la Madymyday.cc) und Katzen-Videos auf deren Facebook-Fanpage zu teilen.  Das ist unpassend für ein Nachrichtenmagazin und kann für den Nutzer nervig werden. Ich schrieb der Zeitung ein Kommentar, was umgehend gelöscht wurde. Ein weiterer Fehler, aber dazu später mehr.

Ein anderes Beispiel aus der Praxis. Vor kurzem erzählte mir ein guter Freund, dass sein Bekannter  – ein Musiker – Videos und Bilder auf seiner Facebook-Seite postet und zwar solche, die in den Trends gerade sehr oben stehen. Dadurch erweitert er kontinuierlich seine Reichweite und die Fanbase wächst. Super! Aber wirkt sich das auf seine Verkaufszahlen aus? Antwort: Gar nicht, die Verkaufszahlen für sein neues Album sind nicht gestiegen. Warum? Die neuen Fans folgen der Seite wegen den „lustigen Inhalten“, nicht wegen seiner Musik.

Selbstverständlich können zwischendurch auch Fremdinhalte geteilt werden, um den Feed etwas aufzulockern. Eine inhaltliche Verbindung darf dennoch nicht fehlen.

Kommentare löschen

Das hat jeder schon mal gesehen: wilde Beleidigungen, Vorwürfe und schlimmstenfalls Morddrohungen unter Beiträgen (letzteres ist eher bei Musikvideos aus dem Genre Rap zu beobachten).  Der Mensch ist im Internet bisweilen anonym, also ist er eher dazu bereit gegen soziale Normen zu verstoßen. Hier ist es sicherlich sinnvoll, solche Kommentare zu löschen oder mit einer ordentlichen Portion Humor zu begegnen.

Manchmal sehe ich, dass Kommentare auch ohne ersichtlichen „schwerwiegenden“ Grund von den Social Media-Teams gelöscht werden. Darunter findet sich aber auch konstruktive Kritik oder und andere Meinungen – so wie mit dem Beispiel der Online Zeitung.

Kurzum: Zensur reduziert das Vertrauen in das Unternehmen.

Informationsüberflutung: zu viel Posten

Täglich werden wir von allen Seiten  mit Informationen und Werbung zugeschüttet: Zeitung, Radio, Fernsehen, E-Mail, WhatsApp, SMS, Soziale Netzwerke usw. Wir Mensch können die täglich dazukommenden vielen neue Informationen gar nicht aufnehmen geschweige denn verarbeiten.

Dennoch gibt es Ratgeber, die empfehlen täglich mindestens 1 – 3x Inhalte in den sozialen Netzwerken zu posten. Das hat mit der Weisheit „Out of mind, out of business“.  Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber wenn das nun jeder so macht? Dann wird die Community hoffnungslos zugemüllt.

Sag was, wenn du was zu sagen hast. Qualität statt Quantität!

CALL TO ACTIONS: Auffordern zum Teilen, Liken der Beiträge

Tatsächlich gab es in der Vergangenheit Studien, die bewiesen haben, dass bei der Aufforderung zur Interaktion, Beiträge öfter geteilt wird. Das nennt man CALL TO ACTION. Das macht auch mittlerweile jeder YouTuber, der mehr als drei Abonnenten hat: „Gebt einen Daumen hoch, abonniert meinen Kanal, schreibt was in die Kommentare, schaut euch auch meine anderen Videos an, meine Oma hat Fußpilz…“ Oder auf Facebook: „Teilt den Beitrag und gewinne, Like für mehr, bei 500 „Gefällt mir“-Angaben spenden wir Geld an die Kindernothilfe“, usw.

CALL TO ACTIONS sind, intelligent eingesetzt, auf jeden Fall essentiell, keine Frage. Dennoch, benutze die Aufforderungen zum Handeln in einem dezenten, passendem Ausmaß und zwing sie dem User um Gottes Willen nicht permanent auf. Er wird es dir danken und du vermeidest die Rolle des Bittstellers (die keiner mag).

Teilen ist sexy!
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