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Arbeiten im Start-up Vorteile Nachteile

Arbeiten im Start-up Vorteile Nachteile? Welche Vorteile und Nachteile bietet ein Job in einem Start-up? Was bedeutet überhaupt das Wort Start-up und wie sieht die Start-up Landschaft in Deutschland aus?

Wer zum Beispiel in Berlin wohnt und nach einem Job sucht, kommt in den Stellenanzeigen kaum um das Wort Start-up rum. Berlin ist neben Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern das größte Zentrum der Start-up-Szene in Deutschland. Zu verdanken hat die Stadt dies unter anderem den im Vergleich günstigen Büroflächen und niedrigen Löhnen für Fachkräfte, der Internationalität sowie den guten Finanzierungsöglichkeiten. Gründungen von Start-ups liegen nicht nur in Berlin, sondern auch deutschlandweit im Trend.

Was bedeutet Start-up?

Das Wort Start-up (auch Startup) kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie “gründen” oder “Anfang”. Mit Start-ups sind junge Unternehmen gemeint, die neue, innovative Geschäftsideen auf den Weg bringen und damit kräftig wachsen wollen.

Wenn jemand also zum Beispiel ein Blumenladen eröffnet, ist das erstmal kein Start-up, sondern eine reguläre Existenzgründung. Eröffnet dieser jemand einen Blumenladen, bei dem der Kunde die Ware über einen Online-Shop bestellen kann und diese Blumen mit einer Drohne automatisch zum Kunden geflogen werden, handelt es sich schon eher um ein Start-up…mit einer innovativen, aber wahrscheinlich nicht gewinnbringenden Geschäftsidee.

Start-up Unternehmen in Deutschland

Laut des Deutschen Startup Monitors 2016 von KPMG (DSM) gehören zu den größten Start-up Zentren (Gründerregionen) in Deutschland Berlin, die Metropolregion Rhein-Ruhr, die Städte Stuttgart und Karlsruhe sowie München.

Deutscher Startup Monitor Hauptsitz der Startups 2016
Quelle: Deutscher Startup Monitor 2016, KPMG

Mehr als die Hälfte der Start-ups waren zwischen 2013 und 2016 nicht älter als zwei Jahre. Und etwas weniger als die Hälfte der jungen Unternehmen ist in der Informations- und Kommunikationstechnolige sowie Digitalen Wirtschaft verwurzelt. Dabei spielt das Geschäftsfeld B2B eine übergeordnete Rolle.

Deutscher Startup Monitor Kategorie Startups 2016
Quelle: Deutscher Startup Monitor 2016, KPMG

Start-up Vorteile Nachteile

Start-up Vorteile Nachteile: Kommen wir nun zum Eingemachten. Welche fulminanten Eigenschaften gibt es aus meiner Erfahrung zu loben und zu rügen?

Vorteile Start-up Unternehmen

Arbeiten in einem Start-up: Erstmal ein paar Punkte zu deinen (Produkt-)Vorteilen. Welche Punkte sprechen für einen Job im Start-up?

Start-up Spirit

In Start-ups gibt es häufig einen dynamischen Spirit. Junge, kreative und motivierte Kollegen befeuern das Unternehmen mit Ideen und Ehrgeiz. Im Gegensatz zu eingesessenen Unternehmen, die in ihren Köpfen etwas eingefahren sind und Neues eher als Gefahr wahrgenommen wird.

Deine Ideen sind gefragt

Ja, hier sind deine Ideen tatsächlich gefragt. Wer wachsen will, muss konventionelle Trampelpfade verlassen und neue Wege gehen. Deswegen kannst du in Start-ups häufig deine Ideen einbringen und aufgrund der flachen Hierarchien auch leichter durchsetzen und umsetzen.

Flache Hierachien

Bedeutet, dass du vielleicht einen Vorgesetzten hast und dieser wiederum direkten Kontakt zum Chef. Oder es gibt nur den Chef als deinen direkten Vorgesetzten. Es bestehen also keine langen Entscheidungswege, die gegangen werden müssen. Es gibt wenig Hierachieebenen. Du kannst deine tollen Ideen schneller und besser einbringen.

Steile Lernkurve

Schnell wirst du mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut. Vor Arbeit verstecken oder eine lange Einarbeitungphase gibt es nicht. Hier heißt es: Ran an den Speck. Doing by learning. Eine sogennante Hands-on-Mentalität ist gefragt. Das ermöglicht tasächlich eine steile Lernkruve (dieser Begriff steht auch häufig so in den Stellenausschreibungen). Du lernst schnell und viel durch die Trial and Error-Methode.

Gratis Getränke, Obst und Kicker

Damit wird häufig in Stellenanzeigen explizit geworben. Wenn du gratis Getränke und Obst toll findest und auch gerne Kicker spielst (wenn dazu Zeit ist), dann könnte das ein nettes Plus sein. Häufig werden auch Events für Mitarbeiter veranstaltet.

Start-up Nachteile

Da wo auch Vorteile sind, gibt es auch Nachteile: Jetzt zu deinen elendigen Nachteilen. Warum solltest du nicht unbedingt in einem Start-up arbeiten?

Chaotische Oraganisation

In jungen Unternehmen fehlen häufig noch feste Strukturen und Routinen. Es fallen viele Aufgaben an, die auf wenig Menschen verteilt werden. Häufig bleibt dabei eine zielgerichtete Kommunikation auf der Strecke. Das veruarsacht Chaos. In Start-ups geht es häufig etwas unorganisiert zu.

Lange Arbeitstage im Start-up

Darüber solltest du dir im Klaren sein: In Start-ups fallen mit großer Wahrscheinlichkeit viele (unbezahlte) Überstunden an. In einen meiner letzen Artikel “Bewerbung Berufseinsteiger: Erfahrungen nach über 20 Bewerbungsgesprächen” hatte ich von einem Bewerbungsgespräch berichtet, bei dem mich der Marketingleiter eines Start-ups fragte, ob ich eine Familie habe. Warum wohl? Manche Start-ups werben in ihren Stellenanzeigen auch mit kostenloser Bestellung von Abendessen – an den Arbeitsplatz. Klingt nach Nachtschicht.

Niedrigere Gehälter

Start-ups fehlt häufig eines: Money, Money, Money! Das macht sich auch in den Gehlatsstrukturen bemerkbar, denn eines der größten Kostenpunkte in einem Unternehmen sind die Gehälter der Mitarbeiter. Viele Start-ups zahlen einfach deutlich weniger als Unternhemen, die aus der Startphase herausgewachsen sind. Ich kann aber nur von Berlin sprechen, da ich auch nur hier diese persönliche Erfahrung gesammelt habe.

Insolvenz is in the air

Der Großteil der Start-ups scheitert irgendwann. In Zahlen: 9 von 10. Die Gründe? Unpassendes Marketing, schlechter Vertrieb und mangelnde Liquidität. Dieser Tatsache musst du ins Auge schauen, wenn du in so einem Unternehmen arbeiten möchtest. Davon sind kleine, aber auch große Start-ups gleichsam betroffen. Selbst, wenn die Geschäftsidee toll ist. Du kannst also jederzeit deinen geliebten Job verlieren.

So erinnere ich mich an ein Start-up mit dem Namen Food Express (vormals MyLorry), bei dem ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen war. Dessen Geschäftsmodell lag darin, dass Gastronomen ohne eigenen Lieferservice Food Express als externen Lieferservice nutzen konnten. Das Unternehmen hatte um die 200 Mitarbeiter. Zwei Monate nach dem Termin meldete Food Express Insolvenz an. Der Hauptinvestor stellte die Finanzierung ein.

Im Start-up arbeiten? Ja oder nein?

Jetzt stellt sich die Frage, ob du in einem Start-up arbeiten solltest oder nicht? Für den Berufsstart nach dem Studium oder als Quereinsteiger kann es äußerst hilfreich sein in einem Start-up zu arbeiten. Du wirst sehr viel lernen und einiges an wertvollen Erfahrungen für die berufliche Zukunft sammeln. Wenn dir aber die vier genannten Nachteile jetzt schon übel aufstoßen, dann lass es lieber.

Start-up Vorteile Nachteile: Es gibt sicherlich noch viele weitere! Schreib deine Erfahrungen in die Kommentare.
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Wirtschaftsguru

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Geograph mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Statistik, leidenschaftlich interessiert an Wirtschaft, Marketing und Psychologie.

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