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Warum wir in Gruppen komplexe Aufgaben besser lösen

Soziales Faulenzen (engl. Social loafing) bedeutet ganz allgemein, dass Menschen in Gruppen ihr eigenes Potential nicht voll ausschöpfen oder einfacher gesagt: dazu tendieren sich die Eier schaukeln.

Jeder, der mal in einem Team gearbeitet hat, kennt das Phänomen. Es gibt immer jemanden, der sich weniger Mühe gibt, als er könnte. In einer Gruppe verhalten sich Menschen anders als auf sich alleine gestellt.  Denn in einer Gruppe lassen sich Einzelleistungen häufig schwer abgrenzen und dadurch schwieriger bewerten. Die Einzelleistung geht in der Gruppe unter. Dass ermutigt dann jedes Gruppenmitglied dazu, die Sache etwas „entspannter“ anzugehen.

Ist das nun gut oder schlecht? Auf den ersten Blick mag das dieses Verhalten nicht fair und unproduktiv sein. Aber um diese Frage präzise beantworten zu können, müssen wir etwas weiter ausholen.

Leichte oder komplexe Aufgabe lösen?

Die Anwesenheit anderer Menschen setzt uns unter Stress. Besonders wenn Einzelleistungen bewertet werden, fällt es uns schwer, komplexe Aufgaben zu meistern.

Dafür kann es drei Gründe geben. Erstens erhöht sich durch die Anwesenheit anderer unsere Aufmerksamkeit, weil wir eventuell mit jemanden anderen interagieren könnten, eine Art Rufbereitschaft. Zweitens durch Bewertungsangst, denn wir wollen nichts vermasseln und als Dummkopf dastehen. Drittens können andere Menschen uns von unseren Aufgaben ablenken, was uns unter Umständern ärgert, weil es schwierig ist sich auf mehrer Dinge gleichzeitig zu konzentrieren (Multitasking ist ein Märchen).

In vielen Studien wurde nachgewiesen, dass Einzelpersonen in Stresssituationen leichte Aufgaben besser bewältigen als komplexe. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn bei Stress denken wir fokussierter und erledigen eingeübte Aufgaben leichter, verlieren aber den Weitblick. Sind wir entspannt, haben wir mehr Weitblick, sind aber weniger fokussiert.

In Gruppen sind wir jedoch entspannter, da unsere Einzelleistung von außen oft schwieriger bewertet werden kann. Dadurch haben wir mehr Weitblick, welcher äußerst wichtig bei der Bewältigung schwieriger Aufgaben ist.

Kann man Social loafing Eindämmen?

Obwohl in Gruppenarbeiten jeder Einzelne dazu tendiert sich weniger Mühe zu geben, können komplexe Aufgaben in diesem Umfeld besser gelöst werden als dies einzelne Personen leisten könnten. Social loafing ist in einem bestimmten Ausmaß also nichts schlechtes, kann aber im Extremfall dazu führen, dass sich niemand mehr verantwortlich fühlt und am Ende nichts passiert (Soziales Dilemma).

Dem kann man aber relativ einfach entgegenwirken, indem man Verantwortlichkeiten auf die einzelnen Gruppenmitglieder überträgt. Man erklärt einzelne Mitglieder beispielsweise zum Experten eines bestimmten Themengebietes, die Einzelleistung lässt dadurch sich exakter bewerten.

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